Die Schachblume- Fritillaria meleagris zurück zur Home
Fritillaria meleagris |
Die Schachblume (Blume des Jahres 1993) ist ein
stark gefährdetes Liliengewächs. Sie trägt eine glockenförmige, purpurfarbene Blüte mit einem auffälligen Schachbrettmuster auf ihren Kronblättern. Selten erscheint die Art auch mit weißen Blüten. Die Blätter sind linealförmig und haben eine graugrüne Farbe. Die Schachblume wird 15 - 35 cm hoch und blüht von April bis Mai auf wechselfeuchten Wiesen, die nicht gedüngt und extensiv bewirtschaftet werden. Die Samenreife erfolgt nach nur zweiwöchiger Blüte. Der Anteil blühender und Samen produzierender Pflanzen schwankt zwischen 15- 18%. Die schwimmfähigen Samen keimen im folgenden Frühjahr. Nach der Samenreife sterben die oberirdischen Triebe ab und es bildet sich in 3-8 cm Tiefe eine neue Zwiebel, die im nächsten Frühjahr wieder austreibt. Eine Vermehrung durch Tochterzwiebeln findet offenbar nicht statt. Stattdessen kommt es zur Bildung sogenannter Brutknospen in den unteren Blattachseln. diese sind auch schwimmfähig. Die zählbaren Bestände der Schachblume sind großen Schwankungen ausgesetzt, da die Pflanzen zum einen erst nach 5-8 Jahren zur Blüte gelangen, zum anderen nicht jedes Jahr blühen. In den letzten Jahrzehnten sind ihre Vorkommen durch Trockenlegung des Lebensraumes, Ausgraben und Abpflücken stark zurückgegangen. Daher ist sie geschützt, bundesweit Rote Liste 2, Schleswig- Holstein Rote Liste 1. |
| Das Vorkommen der
Schachblume im Kreis Steinburg untersuchten am Donnerstag, dem 4. Mai 2006 vier Mitglieder der Botanischen Arbeitsgemeinschaft ( Labischinski, Ryser-Mohr, Weiß, Wittorf) Die Schachblumen-Wiese ist seit Jahren unter Schutz gestellt. Auflage ist, dass die Rinder erst nach der Samenreife der Schachblume zur extensiven Beweidung auf die Wiese dürfen. Bemerkenswert waren in diesem Jahr ein trockenes Frühjahr und ein frischer, sehr tiefer Grabenaushub des kanalisierten Bachbetts, das in die Rantzau mündet. (Dadurch ging vermutlich das Vorkommen von Caltha palustris zurück, so dass diese fast nur noch am oberen Grabenrand etwas kümmerlich blühte.) Die Schachblume hat dadurch bisher wohl keinen Schaden genommen. Obwohl die Blüte nach dem langen Winter erst jetzt einsetzte und noch nicht voll zum Ausbruch gekommen ist, konnten wir allein zwischen Bachbett und 1. Graben an die 1000 Exemplare zählen. Insgesamt dürften auf dieser Wiese schätzungsweise 3000-6000 Blüten zu sehen sein. |
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| Auffällig war, dass auch auf dem
Deich vereinzelt
und hinter dem Deich an dem Ufer der Rantzau etwa
100 blühende Pflanzen vorkamen. Dies ist besonders interessant, da es ein natürlicher Standort ist und die Pflanzen durch ihre schwimmfähigen Samen dorthin gelangt sein könnten. Außerdem konnten wir auf der benachbarten Wiese an die 200 blühende Schachblumen sehen, obwohl diese Wiese bisher nicht unter Schutz gestellt wurde. Die Pflanzen befinden sich ausschließlich zwischen dem 1. und 2. Graben. Die Bereiche zwischen Bachbett und 1. Graben, sowie zwischen 2. und 3. Graben sind ohne Schachblumen. In dem Sumpfgebiet zwischen 3. und 4. Graben sind etwa 70 blühende Schachblumen, hauptsächlich am Nordrand des Sumpfes. Die Wiesen nördlich des Sumpfes sind ohne Schachblumenvorkommen und scheinen stark mit Gülle überdüngt. An der Mündung der Rantzau in die Stör am westlichen Deich wurden 3 blühende Exemplare der Schachblume und am Flachufer 15 Pflanzen gesehen. Frau Süßmilch entdeckte bei einer Begehung auf der südlich angrenzenden Wiese in Richtung Kollmoor mehr als 100 blühende Schachblumen. |
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Artenliste
weiterer Pflanzen: |
| inhaltlich verantwortlich: B.Wittorf | |