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Taxonomische Hinweise
                                 Synopse der Artengruppe der Roten Johannisbeere (Ribes rubrum agg.)
                                        - provisorische Übersicht der Kleinarten zur Überprüfung der Merkmale -
                                         zusammengestellt von Eggert Horst - eggert.horst(at)gmx.de - , Stand: 09.04.2012

Wissenschaftlicher Name

Ribes rubrum L.

Ribes spicatum ROBSON      

Deutscher Name

Rote Johannisbeere

Nordische Rote Johannisbeere

Blattstiel

4-8 cm lang, meist rein grün, am Grunde meist kahl, selten mit langen drüsenlosen Haaren und einzelnen sitzenden Drüsen

bis 4 cm lang, am Grunde meist rötlich, mit kurzen sitzenden Drüsen

Bucht des Blattgrundes

meist spitzwinklig bis tief eingezogen herzförmig

meist stumpfwinklig oder gerade

Blattspreite

bis 7 (8) cm breit, im Umriss rundlich, überwiegend mit rundlichen Lappen, meist rein grün, unterseits (mit Ausnahme der Nerven) gewöhnlich völlig verkahlend, oberseits gewöhnlich kahl, Nerven des untersten Seitennervenpaares stumpfwinklig zueinander

bis 10 cm breit, im Umriss 5-eckig, überwiegend mit spitzeren Lappen, oft etwas rötlich überlaufen (vor allem die jüngsten Blätter), unterseits auf den Nerven meist bleibend behaart, auch oberseits gewöhnlich behaart, Nerven des untersten Seitennervenpaares spitzwinklig zueinander

Traubenachse

kahl

kräuselhaarig

Trauben

meist gebogen-überhängend

meist ausgebreitet-aufrecht, später auch überhängend

Blütenboden (Bereich unterhalb der freien Kelchzipfel)

schalenförmig, fast flach, innen mit 5-eckigem Ringwulst ("Diskusring") zwischen  Staubblättern und Griffeln

glockig-grubig, ohne Ringwulst

Fruchtknoten/Griffel

Fruchtknoten zumindest bei Wildpflanzen an der Spitze eingesenkt (schwach konkav), Griffel am tiefsten Punkt dieser Einsenkung entspringend, fast bis zur Hälfte zweispaltig

Fruchtknoten an der Spitze gewölbt (leicht konvex), an seiner Spitze in den auf etwa 1/3 zweispaltigen Griffel übergehend.

Staubbeutelhälften (Theken)

durch das breite Mittelband (Konnektiv) überall deutlich getrennt

durch das schmale Mittelband (Konnektiv) sich auf der Innenseite fast berührend

Blütenansatz (Diskus) oben an der Beere

deutlich 5-eckig, etwa 1 mm breit

kreisrund, etwa 0,6 mm breit

Knospen

gehäuft, 5-7 mm, purpurbraun

nicht gehäuft, bis 5 mm, weißlich

Blütezeit

4 (-5)

4-5

 

 

 

 

Wildform:

 

 

Blätter glänzend netzrunzlig, Pflanze ausgebreitet mit Kriechsprossen, Beeren klein (etwa 5-8 mm breit)

 

 

 

 

 

Kulturformen:

Kulturformen:

 

Blätter +- matt, glatt, Pflanze ohne Kriechsprosse, Beeren groß (etwa 10 mm breit), durch Einkreuzung verschiedener Arten Ringwulst oft nur schwach oder gar nicht ausgeprägt - verwilderte Exemplare können morphologisch der Wildform weitgehend entsprechen

in Deutschland in reiner Form nach vielen Quellen  nicht kultiviert; verwilderte Kulturformen von Ribes rubrum können sich morphologisch Ribes spicatum annähern (durch Einkreuzung anderer Arten).

Literatur

FISCHER M. A., OSWALD K., & ADLER W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, 3. Aufl.

HERMANN F. (1956): Flora von Nord- und Mitteleuropa


JÄGER, E. J. - Hrsg. - (2011): Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, Gefäßpflanzen: Grundband, 20. Aufl.

LAMBINON J., DE LANGHE J. E., DEL VOSALLE L., DUVIGNEAUD J. (2008): Flora van Belgie, het Groothertogdom Luxemburg, Noord-Frankrijk en den aangrenzende gebieden; 3. druk

OBERDORFER E. (2001): Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete, 8. Aufl.

POLAND J., & CLEMENT E. (2009): The Vegetative Key to the British Flora


QUASDORF I. (1976): Kommt Ribes spicatum ROBSON in der DDR vor? - in Gleditschia 4: 219-221

WEBER H. E. (1995): Ribes rubrum-Gruppe - in G. HEGI: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, 3. Aufl., Bd. IV/2A, S. 56-60