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 Taxonomische Hinweise

Hinweise zur Benennung von Hybriden (Bastarden)

Nomenklatur und Berücksichtigung von Hybriden (Bastarden) in der Online-Florenliste von BUTTLER (Juli 2013), im neuen „Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands“ (2013)  sowie im „Rothmaler“ (20. Auflage 2011)

 Notizen, zusammengestellt von Eggert Horst, Itzehoe (Stand: 22.01.2014)

 

Karl Peter Buttlers umfassende Online-Florenliste Deutschlands (BUTTLER, THIEME & Mitarbeiter, Version 5: Juli 2013) enthält neben Einheimischen (Indigenen u. Alteingebürgerten/Archäophyten) und eingebürgerten Neophyten auch unbeständige/nicht vollständig etablierte Neophyten sowie Hybriden, welche nach ihrem Etablierungsgrad/ ihrer Eigenständigkeit 3 Kategorien zugeordnet werden.

Im neuen „Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands“ (Netzwerk Phytodiversität Deutschlands e.V., Bundesamt für Naturschutz -Hrsg.- 2013) werden im Index vor allem alle akzeptierten urwüchsigen und fest eingebürgerten Arten (und eine Auswahl von Unterarten) aufgelistet. Dazu gehören nicht die Hybriden der Kategorien 1 und 2, weil sie sich nicht „wie Arten“ verhalten.

Der „Rothmaler“ (JÄGER 2011) nimmt offenbar keine Trennung nach Kategorien vor, so dass er bei den Hybriden in der Nomenklatur abweicht von der BUTTLER-Florenliste und vom Verbreitungsatlas, indem er anscheinend sämtliche Hybriden mit Namen und Hybridzeichen versieht (wie bei der Buttler-Kategorie 2).

Die bei BUTTLER unterschiedenen 3 Kategorien bei den Hybriden werden nachfolgend kurz dargestellt (nebst einigen Beispielen):

Hybriden der Kategorie 1 (sterile Hybriden ohne Fortpflanzung und ohne vegetative Vermehrung)

  • Nomenklatur: Hybridformel (evtl. vorhandene -überprüfte- Namen als Synonyme)

Beispiele:

-          Anthericum liliago x ramosum

-          Rubus caesius x idaeus

-          Silene dioica x latifolia (Silene x hampeana]

 

 

Hybriden der Kategorie 2 (populationsbildende Hybriden mit begrenzter Ausbreitung, die entweder partiell fertil sind oder sich vegetativ vermehren):

  •  Nomenklatur: Name mit Hybridzeichen (Hybridformel als Synonym)

Beispiele:

-          Rumex x pratensis (Rumex crispus x obtusifolius)

-          Salix x multinervis (Salix aurita x cinerea)

-          Stachys x ambigua (Stachys palustris x sylvatica)

 

Hybriden der Kategorie 3 (populationsbildende Hybriden mit Arealbildung, die sich wie normale Arten verhalten) – nur sie sind im Verbreitungsatlas 2013 enthalten:

  •   Nomenklatur: Name ohne Hybridzeichen (Hybridformel als Synonym)

Beispiele:

-          Circaea intermedia (Circaea alpina x lutetiana)

-          Crataegus subsphaerica (Crataegus monogyna x rhipidophylla)

-          Equisetum litorale (Equisetum arvense x fluviatile)

-          Hypericum desetangsii (Hypericum dubium x perforatum)

-          Mentha verticillata (Mentha aquatica x arvensis)

-          Salix rubens (Salix alba x fragilis)

-          Viola bavarica (Viola reichenbachiana x riviniana)

 

 

Literatur/Quellen:

Karl Peter BUTTLER, Michael THIEME & Mitarbeiter:
Florenliste von Deutschland – Gefäßpflanzen, Version 5. Frankfurt am Main, Juli 2013,
veröffentlicht im Internet unter
http://www.kp-buttler.de

Karl Peter BUTTLER:
Schriftliche Mitteilung über Korrekturen/Ergänzungen zur Online-Florenliste (E-Mail vom 20.01.2014)

Eckehart J. JÄGER -Hrsg.- (2011):
Exkursionsflora von Deutschland (Begr. W. Rothmaler). Gefäßpflanzen: Grundband, 20. Auflage

Netzwerk Phytodiversität Deutschlands e.V., Bundesamt für Naturschutz -Hrsg.- (2013): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands