Pflanze des Monats 2013
 

Dezember
Einjähriges
Rispengras

 
November
Winterschachtelhalm

 
Oktober
Wild-Apfel

 
September
Zimbelkraut

 
August
Seide

 
Juli
Ehrenpreis

 
Juni
Kleiner Vogelfuß

 
Mai
Wildtulpe

 
April
Dänisches Löffelkraut

 
März
Hungerblümchen

 
Februar
Hasel

 
Januar
Flechten


 

Pflanze des Monats 2012
 

Dezember
Stechpalme

 

November
Efeu

 
Oktober
Greiskraut

 
September
Eberesche

 
August
Wasserschlauch

Juli
Saatmohn

 
Juni
Heidenelke

 
Mai
Wasserfeder

 
April - Lerchensporn
 
März-
Goldstern

 
Februar- Huflattich
 
Januar- Schneeglöckchen

 

 

 

Der Haselstrauch blüht schon im Winter

 

 

Die AG für Botanik im Heimatverband für den Kreis Steinburg e.V. stellt in diesem Jahr jeden Monat eine Pflanze vor, die eine besondere Überlebensstrategie hat.

Wenn sich Tiere und Pflanzen noch vor dem Winter schützen, beginnt die Hasel schon bei wenigen Wärmegraden ihre Blüten zu öffnen. In milden Wintern kann dies bereits im Januar geschehen. Und so verwundert es nicht, dass unser Foto in der ersten Januarwoche entstanden ist.

Die Gemeine Hasel (Corylus avellana) ist ein winterkahler Strauch und ausgeprägter Frühblüher. Sie kommt in ganz Europa bis zum Polarkreis vor sowie in Kleinasien und im Kaukasus und kann Standorte bis über 1.200 m Höhe besiedeln.
Ihr Gattungsname Corylus leitet sich von dem griechischen Wort Corulus ab  und bedeutet Helm, wohl wegen der Form und der Härte der Nuss. Avellana verweist auf die italienische Stadt Avella, die nahe dem Vesuv liegt und seit dem Altertum für den Anbau der Hasel bekannt ist.
Fossile Nachweise der Haselnuss sind schon seit dem Pliozän, dem letzten Erdzeitalter vor den Eiszeiten, bekannt. Von den Eismassen verdrängt, überlebte die Hasel die letzte Eiszeit in einem Rückzugsgebiet in Südwesteuropa. Von dort wanderte sie in Mitteleuropa ein, als es wieder wärmer wurde. In der Mittleren Steinzeit war die Hasel von 7000 bis 6000 Jahren v. Chr. das dominierende Gehölz in Mitteleuropa (Haselzeit) und lieferte einen wichtigen Beitrag zur Ernährung der Menschen. Durch das Sammeln der Nüsse trugen die Steinzeitmenschen  zu ihrer Verbreitung bei.
Die Hasel wächst meist als bis zu fünf Meter hoher Strauch in lichten Wäldern und Feldhecken auf nährstoffreichen Böden. Sie benötigt Licht, kann aber auch im Halbschatten gedeihen. Nach 20 oder 30 Jahren sterben die Hauptäste ab und frische, kräftige Schösslinge ersetzen sie. So findet man immer an derselben Stelle einen Haselstrauch, der sich stets erneuert.
Eine andere Überlebensstrategie ist die sehr frühe Bestäubung, die schon lange vor dem Laubaustrieb beendet ist. Die Hasel verfügt über getrennte weibliche und männliche Blüten. Im Winter bemerkt man an den Zweigen viele Kätzchen. Sie sind die männlichen Blütenstände, die sich im Januar oder Februar um das Dreifache ihrer Länge strecken. Jedes Kätzchen enthält etwa 100 winzige Staubblüten, die etwa 2 Millionen Pollenkörner hervorbringen.
Kaum jemand beachtet jedoch die winzigen weiblichen Blüten, die von dicken Knospen eingehüllt kurz vor der Öffnung der Kätzchen erscheinen. Aus den Knospen ragen nur Büschel roter Fäden heraus. Dies sind die Griffel, die immer zu zweit auf einem Fruchtknoten sitzen. Weht der Wind den Pollenstaub heran, fangen sie ihn mit ihren Narben auf. Der Fruchtknoten entwickelt sich zu einer dicken, braunen Nuss, deren Schale zunächst grün und von einer gefransten Hülle umgeben ist.
Die im September, Oktober reif werdenden Samen der Hasel, also der essbare Inhalt der Nussschalen, enthalten bis zu 60% fettes Öl. Für Kleinsäuger und Vögel - wie Eichhörnchen, Mäuse, Kleiber und Häher - sind die Haselnüsse eine wichtige Nahrung.
Bei den Menschen dagegen scheiden sich die Geister: Den einen erfreut die nahrhafte, geschmackvolle Nuss - roh genossen, als Öl oder gemahlen im Kuchen und in vielen Süßigkeiten. Der andere muss ihr und allen Lebensmitteln, in denen sie enthalten ist, aus dem Wege gehen, weil er auf sie  mit Unverträglichkeiten reagiert. Auch die unzähligen Pollen des blühenden Haselstrauchs plagen viele Allergiker.


Foto: Daniela Wittorf

Am 09. und 23. Februar 2013 trifft sich die AG um 13 Uhr 30 zu Arbeiten an ihrem Herbarium in der ehemaligen Jugendherberge,
Itzehoe, Juliengardeweg 13-15. Bei gutem Wetter finden Kurzexkursionen statt. Gäste sind herzlich willkommen.
Weitere Informationen und Kontakt:
Arbeitsgemeinschaft für Botanik im Heimatverband für den Kreis Steinburg e.V.
Cordelia Triebstein
Tel 0172-4508448
info@botanik-steinburg.de
www.botanik-steinburg.de