Pflanze des Monats 2013
 

Dezember
Einjähriges
Rispengras

 
November
Winterschachtelhalm

 
Oktober
Wild-Apfel

 
September
Zimbelkraut

 
August
Seide

 
Juli
Ehrenpreis

 
Juni
Kleiner Vogelfuß

 
Mai
Wildtulpe

 
April
Dänisches Löffelkraut

 
März
Hungerblümchen

 
Februar
Hasel

 
Januar
Flechten


 

Pflanze des Monats 2012
 

Dezember
Stechpalme

 

November
Efeu

 
Oktober
Greiskraut

 
September
Eberesche

 
August
Wasserschlauch

Juli
Saatmohn

 
Juni
Heidenelke

 
Mai
Wasserfeder

 
April - Lerchensporn
 
März-
Goldstern

 
Februar- Huflattich
 
Januar- Schneeglöckchen

 

 

Steinburgs Pflanze des Monats Dezember

Das Einjährige Rispengras - Poa annua


 

Sie ist unscheinbar und doch allgegenwärtig, die Pflanze mit einer besonderen Überlebens- und Ausbreitungsstrategie, die wir diesen Monat vorstellen. Es ist das Einjährige Rispengras, das zur Gattung der Rispengräser innerhalb der Familie der Süßgräser gehört. Mit einer Wuchshöhe von meist nur wenig über 10 cm oder darunter und selten über 25 cm zählt es zu den kleineren Vertretern seiner Gattung. Stängel und Blätter sind weich, bei Schattenformen und auf nassem Untergrund ziemlich schlaff, bisweilen niederliegend. Es bevorzugt nährstoff-, insbesondere stickstoffreiche, frische Böden, kommt aber auch mit vielen anderen Standortbedingungen zurecht , erträgt Trockenheit, Halbschatten und meidet auch verdichtete Böden nicht. Daher ist es von der Pflasterritze bis zum Waldweg fast überall anzutreffen.

 


Foto:
Kristian Gehrken

 

Der wissenschaftliche Name lautet Poa annua, wobei Poa die griechische Bezeichnung für "Gras" ist und das lateinische annua einjährig bedeutet. Als einjährig bezeichnet man Pflanzen, die als Samen überdauern und ihren Lebenszyklus von der Keimung über die Ausbildung von Blättern und Stängeln bis zur Blüte und Fruchtbildung innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten bzw. einer Vegetationsperiode vollenden und dann für gewöhnlich absterben. Das Einjährige Rispengras wird dieser Beschreibung in besonderer Weise gerecht, wobei es allerdings mehrere Eigentümlichkeiten aufweist, die es als außergewöhnlich talentierten Überlebenskünstler auszeichnen. Es verzichtet fast völlig auf einen jahreszeitlich gebundenen Lebenszyklus. Unabhängig von Temperatur und Tageslänge gedeiht es praktisch ununterbrochen, indem es ständig neue Seitentriebe aus den unteren Halmknoten schiebt. Nur bei längerem Frost stellt es sein Wachstum ein, um dieses allerdings bei Tauwetter sofort wieder aufzunehmen. Dabei beschränkt sich das Einjährige Rispengras während der kälteren Monate nicht nur auf die Ausbildung von Blattwerk, sondern es bringt auch - selbst unter Schnee - Blütenstände hervor, die, zumeist im Wege der Selbstbestäubung, Samen bilden. Da diese alsbald wieder keimen, können innerhalb eines Jahres zwei bis drei Generationen des Grases entstehen. Weil sich diese Vorgänge bei verschiedenen Pflanzen zeitlich versetzt vollziehen, kann man praktisch ständig blühende Exemplare antreffen. Dementsprechend zählt das Einjährige Rispengras zu den ganz wenigen Pflanzen in Mitteleuropa, für die in der Literatur als Blütezeit Januar bis Dezember angegeben wird. Abgesehen davon ist unser Gras, anders als bei einjährigen Pflanzen üblich, durch sein jahreszeitunabhängiges Wachstum gelegentlich auch in der Lage, mehrere Jahre zu überdauern, obwohl es keine für mehrjährige Pflanzen sonst geläufige Speicherorgane besitzt.

Bei diesen außergewöhnlichen Fähigkeiten des Einjährigen Rispengrases erstaunt es nicht, dass es – mit Ausnahme von Spitzbergen – in ganz Europa vorkommt und sich überdies nahezu weltweit ausgebreitet hat.

Für die Landwirtschaft hat das Gras keine große Bedeutung. Obwohl es vom Vieh gern gefressen wird, bringt es auf Grund seiner Kleinwüchsigkeit keine großen Futtermengen hervor. Wegen seiner großen Reproduktionskraft ist es allerdings in der Lage, Vegetationslücken rasch zu schließen. Daher findet es auch, obwohl die einzelne Pflanze zart und empfindlich ist, als Rasengras Verwendung.
 

Weitere Informationen und Kontakt:

Arbeitsgemeinschaft für Botanik im Heimatverband für den Kreis Steinburg e.V.
Cordelia Triebstein

Tel 0172-4508448

info@botanik-steinburg.de
www.botanik-steinburg.de