Pflanze des Monats 2013
 

Dezember
Einjähriges
Rispengras

 
November
Winterschachtelhalm

 
Oktober
Wild-Apfel

 
September
Zimbelkraut

 
August
Seide

 
Juli
Ehrenpreis

 
Juni
Kleiner Vogelfuß

 
Mai
Wildtulpe

 
April
Dänisches Löffelkraut

 
März
Hungerblümchen

 
Februar
Hasel

 
Januar
Flechten


 

Pflanze des Monats 2012
 

Dezember
Stechpalme

 

November
Efeu

 
Oktober
Greiskraut

 
September
Eberesche

 
August
Wasserschlauch

Juli
Saatmohn

 
Juni
Heidenelke

 
Mai
Wasserfeder

 
April - Lerchensporn
 
März-
Goldstern

 
Februar- Huflattich
 
Januar- Schneeglöckchen

 

 

Steinburgs Pflanze des Monats August

Seide, Nesselseide, Hopfenseide, Teufelszwirn

Seide?? Seide, dieser edle Stoff ist doch tierischen Ursprungs! Richtig, es gibt aber auch noch eine weniger bekannte pflanzliche Seide. Ihr wissenschaftlicher Name ist Cuscuta europaea. Die Seide wird in die Familie der Windengewächse gestellt, obwohl auf den ersten Blick eine Ähnlichkeit außer dem links windenden Spross nicht zu sehen ist. Die Bezeichnung "Seide" rührt wahrscheinlich von dem fadenförmigen Aussehen der Pflanze her, ebenso die Bezeichnung Teufelszwirn - die Pflanze war unseren Altvorderen unheimlich.

 


Foto: Cordelia Triebstein

Die Seide lebt in Staudengesellschaften feuchter, nährstoffreicher Standorte, in Flusstälern wie zum Beispiel an der Stör. Sie parasitiert vorwiegend auf Brennnesseln, auch auf Hopfen, Luzerne und anderen Stauden, selten auf Gehölzen. Sie ist eine einjährige Windenpflanze, wird 30 bis 150 cm hoch und hat weder Laubblätter noch Wurzeln. Der fadenförmige Keimling wächst an der Spitze, gleichzeitig stirbt er am unteren Ende ab. Es wurde nachgewiesen, dass die Wirtspflanze flüchtige Signalstoffe aussendet, auf die die Seide reagiert und so zu ihrem Wirt findet. Wenn der Keimling durch kreisende Bewegungen Kontakt zur Wirtspflanze findet, bildet er Saugfortsätze, die der Pflanze einen Halt an dem Stängel der Wirtspflanze bieten. Ferner lösen die Saugfortsätze die Zellwände des Wirtes auf, sodass die Seide dem Wirt Nährstoffe und Wasser entziehen kann. Die Seide ist ein Vollschmarotzer, das heißt sie wird ausschließlich durch ihren Wirt ernährt.Die weißlichen bis rosafarbenen Blüten sitzen in köpfchenförmigen Blütenständen von 1- 1,5 cm Durchmesser mit kaum sichtbaren Tragblättern direkt am fadenförmigen Spross. Die Blüte hat eine becher - oder zylinderförmige Kronröhre und meist 4 Kronblattzipfel. Die Blüten werden überwiegend von Wespen besucht.
Die kapselartigen Früchte enthalten vier Samen. Sie sind sehr leicht, werden durch Wind oder Wasser verbreitet.

Die Überlebensstrategie des von der Seide gelebten Parasitismus mutet uns einerseits als bequem an, andererseits neigen wir dazu, ein negatives Urteil über den Lebensstil der Pflanze zu fällen. Menschliche Vorstellungen sind hier fehl am Platze. Diese "Vollversorgung" der Seide ist nicht nur vorteilhaft. Eine nah verwandte Art, die Flachsseide, die auf Lein parasitiert, ist in Deutschland ausgestorben, da ihre Wirtspflanze kaum noch angebaut wird. Der Nesselseide bleibt dieses Schicksal wohl erspart, auch wenn sie gemäß Roter Liste in Schleswig-Holstein als „gefährdet“ eingestuft wird.

unsere Exkursionen im August

Sonntag, den 11. August 2013, 9:30 Uhr Wasserpflanzen im Kreis Steinburg (Leitung: Manfred Weiß)

Sonnabend, den 17. August 2013, 13:30 Uhr Moore bei Christinenthal (Leitung: Edelgard Heim).

Treffpunkt vor der ehemaligen Jugendherberge, Itzehoe, Juliengardeweg 13-15.

 

Gäste sind herzlich willkommen. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen erfolgt auf eigene Gefahr.

 

Weitere Informationen und Kontakt:

Arbeitsgemeinschaft für Botanik im Heimatverband für den Kreis Steinburg e.V.
Cordelia Triebstein

Tel 0172-4508448

info@botanik-steinburg.de
www.botanik-steinburg.de