Pflanze des Monats 2013
 

Dezember
Einjähriges
Rispengras

 
November
Winterschachtelhalm

 
Oktober
Wild-Apfel

 
September
Zimbelkraut

 
August
Seide

 
Juli
Ehrenpreis

 
Juni
Kleiner Vogelfuß

 
Mai
Wildtulpe

 
April
Dänisches Löffelkraut

 
März
Hungerblümchen

 
Februar
Hasel

 
Januar
Flechten


 

Pflanze des Monats 2012
 

Dezember
Stechpalme

 

November
Efeu

 
Oktober
Greiskraut

 
September
Eberesche

 
August
Wasserschlauch

Juli
Saatmohn

 
Juni
Heidenelke

 
Mai
Wasserfeder

 
April - Lerchensporn
 
März-
Goldstern

 
Februar- Huflattich
 
Januar- Schneeglöckchen

 

 

Steinburgs Pflanze des Monats September

Das Mauerblümchen Zimbelkraut
 

Ihren Namen verdankt sie nicht dem scheppernden Klang von Zimbeln und Rasseln, sondern der Form ihrer Blätter. Diese sehen wie kleine Schlaginstrumente aus. Wissenschaftlich heißt das zierliche, immergrüne und mehrjährige Pflänzchen Cymbalaria muralis. Cymbalaria stammt vom griechischen kymbalon = Zimbel oder Schallblech, das lateinische muralis bedeutet Mauer. Da das Zimbelkraut sich als Lebensraum karge, warme und trockene Mauern und Felsstandorte ausgesucht hat, die meist Ritzen und Fugen aufweisen, ist auch ihr offizieller deutsche Name „Mauer-Zimbelkraut“. 

Foto: Barbara Wittorf

Das Zimbelkraut wurde bisher der Familie der Rachenblütler zugeordnet. Doch neue molekularbiologische Untersuchungen belegten die Verwandtschaft mit den Wegerichgewächsen. Aus ihrer ursprünglichen Heimat, nämlich Südeuropa, war es an Hitze und Trockenheit gewöhnt. Man vermutet, dass die Pflanze mit Skulpturen aus Italien in den Norden eingewandert ist. Im 16. Jahrhundert wurde sie erstmalig in unseren Breiten beschrieben und gilt aufgrund der späten Einwanderung als sogenannter Neophyt, wie alle nach dem 15. Jahrhundert eingewanderten Pflanzen.
Das Zimbelkraut war als Zierpflanze gern gesehen, schmückte es doch mit seinem Blütenteppich unansehnliche Mauern. Auch als Heilkraut und Arzneipflanze war es beliebt. Wegen seines hohen Vitamin C Gehalts benutzte man die Blätter als Salatbeilage, aber auch gegen Skorbut. Wegen der enthaltenden Iridoide setzte man es bei Frauenleiden und für wundheilende Umschläge ein. So wurde es durch den Menschen verbreitet. Inzwischen ist es weltweit an Felsen und Mauern zu finden.
Das Zimbelkraut wächst mit bis zu 60 cm langen Stängeln sowohl hängend als auch kletternd. Während seiner Blütezeit von Juni bis September wachsen die Stiele der hell-violetten ungefähr 1 cm großen Blüten, die kleinen Löwenmäulchen ähnlich sehen, dem Licht entgegen und recken sich möglichst weit von der Mauer weg. Dafür sorgen Photorezeptoren in den Triebspitzen. Die Blüten locken mit ihren gelben Blütenmalen, die wie Staubbeutelattrappen wirken, Bienen und Schwebfliegen an. Sobald die Befruchtung gelaufen ist, wächst der Stiel weiter. Die kleinen dreiklappigen Porenkapseln springen auf und setzen ihre Samen frei. Nur der letzte Samen bleibt mit der Frucht fest verbunden.
Und jetzt geschieht Erstaunliches: Die Photorezeptoren geben dem Fruchtstiel den gegensätzlichen Befehl: Weg vom Licht! Wissenschaftler bezeichnen diesen Vorgang als negativ phototrop. Der Fruchtstil sucht sich eine Mauerspalte, wächst in sie hinein und legt den letzten Samen dort ab. Die Mauerspalten sind zwar nährstoffarm, doch haben die genügsamen Mauerblümchen hier keine Konkurrenz - ein günstiges Keimbett und eine gute Chance zum Überleben.
Wer dieses hübsche, bescheidene Blümchen an Steinsetzungen oder monotonen Mauern sein eigen nennen kann, sollte es hegen und pflegen, denn es bietet den ganzen Sommer über eine schöne Begrünung mit buntem Blütenflor.

 

unsere Exkursion im September

Sonntag, den 15. September 2013, 9:30 Uhr: Pilzexkursion mit anschließender Bestimmung in der ehemaligen Jugendherberge. Das Ziel der Exkursion wird kurz vorher festgelegt (Leitung: Dagmar Süßmilch).

Treffpunkt vor der ehemaligen Jugendherberge, Itzehoe, Juliengardeweg 13-15.

 

Gäste sind herzlich willkommen. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen erfolgt auf eigene Gefahr. Aussagen zur Essbarkeit von Pilzen sind ohne Gewähr.

 

Weitere Informationen und Kontakt:

Arbeitsgemeinschaft für Botanik im Heimatverband für den Kreis Steinburg e.V.
Cordelia Triebstein

Tel 0172-4508448

info@botanik-steinburg.de
www.botanik-steinburg.de