Pflanze des Monats 2013
 

Dezember
Einjähriges
Rispengras

 
November
Winterschachtelhalm

 
Oktober
Wild-Apfel

 
September
Zimbelkraut

 
August
Seide

 
Juli
Ehrenpreis

 
Juni
Kleiner Vogelfuß

 
Mai
Wildtulpe

 
April
Dänisches Löffelkraut

 
März
Hungerblümchen

 
Februar
Hasel

 
Januar
Flechten


 

Pflanze des Monats 2012
 

Dezember
Stechpalme

 

November
Efeu

 
Oktober
Greiskraut

 
September
Eberesche

 
August
Wasserschlauch

Juli
Saatmohn

 
Juni
Heidenelke

 
Mai
Wasserfeder

 
April - Lerchensporn
 
März-
Goldstern

 
Februar- Huflattich
 
Januar- Schneeglöckchen

 

 

   

Dänisches Löffelkraut „reist“ entlang der Autobahnen

 

 

Wer im April nach einigen milden Tagen hier und da auf den Seiten- oder Mittelstreifen einer vielbefahrenen Straße oder einer Autobahn einen weißlichen Schimmer wahrnimmt, wird im ersten Moment an eine Salzkruste auf Grund von intensiver Streutätigkeit der Straßenbauverwaltung in einem langen Winter denken oder auch an einen späten Reifbelag. Die erste Möglichkeit ist unwahrscheinlich, weil das Salz mit dem Schmelz- oder Regenwasser, in dem es gelöst ist, auf den Randstreifen versickert, die zweite dürfte auf Grund der Witterung ebenfalls ausscheiden. Dagegen könnte es sich um einen Blütenteppich des Dänischen Löffelkrauts (Cochlearia danica) handeln.

 

 

Foto: K.Gehrken

 

 

Die Pflanze ist auf kochsalzhaltigen Boden angewiesen. Ihr Verbreitungsgebiet beschränkte sich daher ursprünglich auf die Küsten von Nord- und Ostsee. Vereinzelt kam sie auch im Brackwasserbereich an der Unterelbe vor. Mittlerweile hat sie den regelmäßigen und teils massiven Streusalzeinsatz an Hauptverkehrswegen für eine bemerkenswerte Ausdehnung ihres Verbreitungsgebiets genutzt. Noch in der 1986 erschienenen Flora des Kreises Steinburg von Werner Jansen wird die Pflanze nur mit einem sporadischen Vorkommen vom Elbstrand bei Glückstadt erwähnt. Nunmehr heißt es z.B. im "Hamburger Pflanzenatlas" des Botanischen Vereins zu Hamburg e.V. von 2010, die Verbreitung (auf Hamburger Stadtgebiet) zeichne insbesondere den Verlauf der A 7 nach; das dänische Löffelkraut fehle an keiner Autobahn in Nordwestdeutschland mehr. Im vergangenen Jahr war im übrigen auch in unserer engeren Heimat, entlang der Grunerstraße in Itzehoe, ein dichter Bestand der Pflanze zu beobachten. Den Sprung von der Küste ins Binnenland soll die Art durch die Verwendung des zusammengekehrten und abtransportierten Treibsels als Dünger bzw. Mulchmaterial geschafft haben.

 

Das Dänische Löffelkraut gehört zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler. Die Früchte sind im Umriss ovale Schötchen. Die Grundblätter sind lang gestielt und rundlich-herzförmig, die Stängelblätter mehr oder weniger gelappt-dreieckig, kurz gestielt oder sitzend. Die Pflanze enthält unter anderem Senfölglykoside und schmeckt daher kresseartig. Sie wäre aus diesem Grund als Würz- und Salatpflanze geeignet. Ein Sammeln der Pflanze an den Straßenrändern zum Zweck des Verzehrs dürfte allerdings nicht ratsam sein. Wegen des hohen Vitamin-C-Gehalts wurde ein naher Verwandter des Dänischen Löffelkrauts, das Echte Löffelkraut (Cochlearia officinalis), welches ebenfalls an unseren Meeresküsten vorkommt, in früherer Zeit als Mittel gegen den Skorbut genutzt. Im übrigen ist das Dänische Löffelkraut wie auch die weiteren Vertreter dieser Gattung nach der Bundes-Artenschutzverordnung geschützt, allerdings – nicht zuletzt wegen der aktuell zu beobachtenden Ausbreitungstendenz – bei uns nicht gefährdet.

 

Die lateinische (cochlearis = löffelförmig) wie die deutsche Bezeichnung der Pflanze soll sich von der Form der Grundblätter herleiten. Allerdings gleicht auch der bei der Reife nach dem Abfallen der beiden Fruchtklappen und der Samen stehenbleibende Schötchenrest samt Stiel genau dem Umriss eines Löffels.

 

unsere Exkursionen im April 

Am Sonnabend, den 13. April 2013 trifft sich die AG um 13 Uhr 30 zu Arbeiten an ihrem Herbarium in der ehemaligen Jugendherberge, Itzehoe, Juliengardeweg 13-15. Bei gutem Wetter findet eine Kurzexkursion statt.

Am Sonntag, 28. April, 9:30 Uhr fahren wir zu einer Frühblüherexkursion in Laubwälder an der östlichen Grenze des Kreises Steinburg (Leitung: Werner Jansen). Treffpunkt ist ebenfalls die ehemalige Jugendherberge.

 

Gäste sind herzlich willkommen. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen erfolgt auf eigene Gefahr.

 

Weitere Informationen und Kontakt:

Arbeitsgemeinschaft für Botanik im Heimatverband für den Kreis Steinburg e.V.
Cordelia Triebstein

Tel 0172-4508448

info@botanik-steinburg.de
www.botanik-steinburg.de