Pflanze des Monats 2013
 

Dezember
Einjähriges
Rispengras

 
November
Winterschachtelhalm

 
Oktober
Wild-Apfel

 
September
Zimbelkraut

 
August
Seide

 
Juli
Ehrenpreis

 
Juni
Kleiner Vogelfuß

 
Mai
Wildtulpe

 
April
Dänisches Löffelkraut

 
März
Hungerblümchen

 
Februar
Hasel

 
Januar
Flechten


 

Pflanze des Monats 2012
 

Dezember
Stechpalme

 

November
Efeu

 
Oktober
Greiskraut

 
September
Eberesche

 
August
Wasserschlauch

Juli
Saatmohn

 
Juni
Heidenelke

 
Mai
Wasserfeder

 
April - Lerchensporn
 
März-
Goldstern

 
Februar- Huflattich
 
Januar- Schneeglöckchen

 

 

Pflanze des Monats November

Der Winterschachtelhalm – ein lebendes Fossil

Am auffälligsten ist der Winterschachtelhalm (Equisetum hyemale) während der kalten Jahreszeit in Laubwäldern, weil er dichte Rasen von Sprossen hervorbringt, die sich in ihrer charakteristisch dunkelgrünen Farbe besonders bei Schnee deutlich von der Umgebung abheben - eine Farbe, die man im Laubwald zu dieser Zeit nur bei der Stechpalme und beim Efeu findet. Damit unterscheidet er sich von den anderen heimischen Schachtelhalmen, deren oberirdische Teile spätestens im Herbst verwelken. Im Kreis Steinburg findet sich der Winterschachtelhalm zum Beispiel in dem Dellswiese genannten Waldstück des Klosterforstes, aber auch an einem alten Bahndamm bei Schlotfeld. Wo er wächst, ist stets mit einem gelegentlichen Wasserstau über tonigem Untergrund zu rechnen.
 

 

 

 

 

Der Winterschachtelhalm bleibt in der kalten Jahreszeit grün und kann in nassen oder wechselfeuchten Laubwäldern umfangreiche und dichte Bestände bilden.

Foto: Volker Arnold
 


Der Winterschachtelhalm gehört mit seinen praktisch unverzweigten Trieben zu den primitiveren Formen der Schachtelhalmgewächse, die ihren Entwicklungsschwerpunkt in der Karbonzeit vor über 300 Millionen Jahre hatte. Ein Teil der Steinkohle geht auf Schachtelhalmgewächse zurück! Fast alle der zahlreichen, teils baumgroßen Vertreter dieser Pflanzenklasse sind seit dem Ende des Erdaltertums ausgestorben. Auch die zu den heutigen Schachtelhalmen führende Entwicklungslinie hatte vor 200 Millionen Jahren ihre größte Vielfalt überschritten und ist heute weltweit auf eine einzige Gattung mit zwei Dutzend Arten beschränkt. Somit ist der Winterschachtelhalm diejenige heimische Pflanze, die man am ehesten als lebendes Fossil bezeichnen kann. 

Ihr Überleben verdankt dieser und verwandte Schachtelhalme vor allem der vegetativen Vermehrungskraft ihrer vielen unterirdischen Wurzeltriebe, die bis zu vier Meter herabreichen und Wurzelknollen tragen, aus denen auch nach Jahren neue Triebe ausschlagen können. Deswegen kann man Schachtelhalme auch kaum ausrotten. Zusammen mit dem Gift Palustrin führt der extrem hohe Gehalt an spitzen Kieselsäurekristallen dazu, dass die oberirdischen Teile der Pflanze kaum abgefressen werden. Früher hat man Holz und Metall mit den getrockneten Trieben poliert, deswegen nannte man die Pflanze auch Zinnkraut. Selbst Griffel der Schreibtafeln ließen sich mit einem Stengelglied des Winterschachtelhalms spitzen. 

Wie bei Moosen und Farnen gibt es auch bei Schachtelhalmen eine geschlechtliche Vermehrung mit einem Generationswechsel. Was wir als Schachtelhalm sehen, ist nur die ungeschlechtliche Generation, die Sporen hervorbringt, aus denen sich die winzigen, kaum auffindbaren geschlechtlichen Planzen entwickeln. Die Befruchtung findet wie im Tierreich über bewegliche, schwimmende Spermazellen statt – „moderne“ Pflanzen haben diese primitive Art der Befruchtung längst „abgeschafft“, mit Ausnahme des ebenfalls als lebendes Fossil geltenden Gingkobaums.

 

Weitere Informationen und Kontakt:

Arbeitsgemeinschaft für Botanik im Heimatverband für den Kreis Steinburg e.V.
Cordelia Triebstein

Tel 0172-4508448

info@botanik-steinburg.de
www.botanik-steinburg.de