Pflanze des Monats 2013
 

Dezember
Einjähriges
Rispengras

 
November
Winterschachtelhalm

 
Oktober
Wild-Apfel

 
September
Zimbelkraut

 
August
Seide

 
Juli
Ehrenpreis

 
Juni
Kleiner Vogelfuß

 
Mai
Wildtulpe

 
April
Dänisches Löffelkraut

 
März
Hungerblümchen

 
Februar
Hasel

 
Januar
Flechten


 

Pflanze des Monats 2012
 

Dezember
Stechpalme

 

November
Efeu

 
Oktober
Greiskraut

 
September
Eberesche

 
August
Wasserschlauch

Juli
Saatmohn

 
Juni
Heidenelke

 
Mai
Wasserfeder

 
April - Lerchensporn
 
März-
Goldstern

 
Februar- Huflattich
 
Januar- Schneeglöckchen

 

 

Pflanze des Monats Dezember – Die Stechpalme

3.12.2012


 

Um es vorweg zu nehmen: Mit Palmen hat die Stechpalme (Ilex aquifolium), oder Christdorn oder Stechhülse, aus botanischer Sicht nichts zu tun. Ihr Name leitet sich vielmehr aus der früheren Verwendung der immergrünen Zweige an Palmsonntag ab. 

Viele Arten und Sorten der Gattung Ilex sind bei uns beliebte Gartengehölze. Auch der Matetee, der in Südamerika angebaut wird, gehört zur gleichen Gattung.
Die Stechpalme ist unser einziger heimischer Laubbaum, der trockenheitsunempfindliche Lederblätter hat. Sie sind derb, fest und glänzend mit randlichen Dornen. Die Blätter sind an blühenden Zweigen meist weniger dornig und weniger gebuchtet als an den übrigen Zweigen. Ferner sind die Blätter im unteren Teil der Pflanzen, dort wo Tiere sie abfressen könnten, stärker bedornt als in oberen Etagen.
Die Pflanzen sind zweihäusig, das heißt, es gibt weibliche und männliche Pflanzen. Die Blüten wachsen in Büscheln, sind weiß und locken Insekten mit ihrem Honigduft an.
Bekannt sind uns auch die leuchtend roten Früchte, die zusammen mit ihren Zweigen als Winter- und Weihnachtsschmuck verwendet werden. Da das Sammeln der Pflanzen überhand genommen hatte, wurde die Stechpalme ab 1980 durch die Bundesartenschutzverordnung unter Schutz gestellt. Ihr Sammeln aus der Natur ist seitdem nicht mehr erlaubt.


Foto: Volker Arnold

 

Blätter und Früchte enthalten giftige bis sehr giftige Substanzen, die auf Menschen und Säugetiere tödlich wirken können. Da die attraktiven Früchte anziehend wirken, müssen Kinder unbedingt vor ihnen gewarnt werden. Zum Glück schrecken die dornigen Blätter ab, so dass Vergiftungen selten sind. Vögel fressen die mehrsamigen Steinfrüchte gerne und verbreiten die Samen mit ihrem Kot.

Bei uns im Kreis Steinburg kommt die Stechpalme angepflanzt in Gärten, Knicks und wild in Wäldern vor. Stellenweise gibt es Massenbestände, gerne in frischen bis trockenen Buchenwäldern. In der Marsch kommt sie von Natur aus nicht vor.

 


Stechpalme - Ilex aquifolium

Weiteres Wissenswertes, zusammengestellt von Barbara Wittorf

 

Der Gattungsname Ilex ist zurückzuführen auf den lateinischen Namen der mediterranen Steineiche, da  die Blätter der Stechpalme  denen der Steineiche sehr ähnlich sehen. Sie sind jedoch nicht miteinander verwandt.
Der Artname aquifolium enthält die Wortteile aqua=Wasser sowie folium=Blatt und beschreibt vielleicht den Glanz der Blätter. 

In der laubarmen, dunklen Jahreszeit fällt dieser immergrüne Strauch, der auch zu einem Baum bis zu 10 Meter Höhe anwachsen kann, besonders auf. Die tiefgrünen Blätter bilden mit den erbsengroßen, korallenroten Früchten einen schönen  Kontrast.
Die dunkelgrünen und unterseitig gelbgrünen Blätter  sind wechselständig angeordnet und haben einen 10 bis 15 mm langen Stiel. Sie haben eine lederartige Oberfläche mit wachsartigem Glanz und sind daher auch als Schmuck sehr lange haltbar.  Der  gezackte Blattrand ist mit bis zu sieben Stachelsitzen besetzt. Die Lebensdauer der Blätter beträgt etwa drei Jahre.
Im späten Frühling vom Mai bis Ende Juni entwickelt die Stechpalme in den Blattachseln unauffällige, aber hübsche, doldenartige Blüten mit weißen Kronblättern. Sie duften leicht und angenehm und entwickeln nach erfolgreicher Befruchtung durch Insekten, hauptsächlich Bienen, die Steinfrüchte.

Ihre auffällige Färbung erhalten die Beeren mit der Fruchtreife im Oktober. In den Beeren sind 4 bis 5 Steinkerne enthalten, die wie auch die Blätter sehr giftig für Menschen sind. 20 bis 30 Beeren gelten als tödlich. Die Samen werden, wenn sie Frost erhalten haben, für Vögel essbar und werden von diesen verbreitet. Da sie den ganzen Winter über an der Pflanze
verbleiben, sind sie ein wichtiges Winterfutter für Amseln, Drosseln, Rotkehlchen und andere Vögel.

 Die anspruchslose Pflanze gedeiht im Schatten. Da sie Wurzelsprosse ausbildet, wächst sie oft in großen Beständen.
Da Bäume mit immergrünem Laub  bei uns sehr selten sind, wurden sie schon von den Germanen und Kelten verehrt. Sie verkörpern mit ihrem grünen Laub und den leuchtend roten Beeren die Farben der Hoffnung und der Liebe.
Auch in Nord-Amerika sind die Zweige als Weihnachtsschmuck sehr beliebt. Der  bekannte Stadtteil von Los Angeles Hollywood ist nach der Stechpalme benannt, die auf englisch Holly heißt.

 

Von November bis März trifft sich die AG regelmäßig zu Arbeiten an ihrem Herbarium. Gäste sind herzlich willkommen.